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Hausmittel

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist das eine Hausmittel, das als Dünger wirklich funktioniert: schnell verfügbarer Stickstoff und Kalium, kostenlos, aus dem, was am Zaun wächst. Sie ist aber ein Stickstoffdünger, und das heißt, sie gehört in die Wachstumsphase und nicht an fruchtende oder ausreifende Pflanzen.

Holzeimer mit gärender Brennnesseljauche, daneben ein frischer Bund Brennnesseln und ein Rührstock
Rezept
1 kg auf 10 lfrische Brennnesseln auf Regenwasser, 10 bis 14 Tage
Verdünnung
1 zu 10zum Gießen, 1 zu 20 bei Jungpflanzen
Stickstoff
1 bis 2 g je Literunverdünnt, verdünnt entsprechend ein Zehntel
Wirkung
Tagedie Nährstoffe sind gelöst und sofort verfügbar

Was in der Jauche steckt

Brennnesseln gehören zu den stickstoffreichsten Wildkräutern, sie wachsen bevorzugt dort, wo der Boden nährstoffreich ist. Beim Vergären in Wasser lösen sich Stickstoff, Kalium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure aus dem Pflanzengewebe. Die fertige, unverdünnte Jauche enthält grob ein bis zwei Gramm Stickstoff je Liter, dazu etwa ein Gramm Kalium.

Verdünnt 1 zu 10 liefert eine Zehn-Liter-Gießkanne also rund ein bis zwei Gramm Stickstoff. Das ist etwa ein Zehntel dessen, was ein Quadratmeter Starkzehrer im Jahr braucht, und passt damit als wöchentliche Ergänzung an einzelne Pflanzen. Als Alleinversorgung für ein Beet reicht es nicht, als Schub für hungrige Jungpflanzen sehr wohl.

Der Stickstoff liegt gelöst vor, als Ammonium und in einfachen organischen Verbindungen. Anders als bei Kaffeesatz oder Hornspänen muss nichts erst zersetzt werden, die Wirkung zeigt sich innerhalb weniger Tage am Neuaustrieb.

Stickstoff heißt: Wachstumsphase

Brennnesseljauche fördert Blattmasse. Das ist genau richtig für Kohl, Kürbis, Tomaten und Gurken in den ersten Wochen, für Rasen im Frühjahr, für Rosen bis zur ersten Blüte. Es ist genau falsch für Tomaten ab der Blüte, für Erdbeeren vor der Ernte, für alles, was im August ausreifen soll, und für Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Kräuter, die mit Stickstoff überfordert sind und weich und anfällig werden.

Für die Fruchtphase ist Beinwelljauche die bessere Wahl, sie liefert deutlich mehr Kalium. Wer beide hat, gießt bis Juni mit Brennnessel und danach mit Beinwell.

Die Jauche ist zu unterscheiden vom Kaltwasserauszug: Brennnesseln nur 12 bis 24 Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen, nicht gären, unverdünnt spritzen. Das ist kein Dünger, sondern ein Mittel gegen Blattläuse, das über die Nesselgifte wirkt und nach einem Tag verbraucht ist.

Der Geruch, und was dagegen hilft

Gärende Jauche riecht, und zwar stark, vor allem zwischen dem dritten und zehnten Tag. Der Geruch kommt aus der Eiweißzersetzung, er lässt nach, sobald die Gärung abgeschlossen ist. Wer ihn dämpfen will, streut eine Handvoll Gesteinsmehl oder Bentonit auf die Oberfläche, das bindet einen Teil der Gase. Ein Deckel mit Luftspalt hält Insekten fern und lässt die Gärgase entweichen. Der Eimer gehört an den Rand des Grundstücks, nicht auf die Terrasse.

Frische Brennnesseln lassen sich auch auf den Kompost geben, dort wirken sie als Rotteaktivator, allerdings ohne die Samenstände und ohne Wurzelstücke. Was bei Wildkräutern auf den Kompost darf, erklärt kompostergarten.de.

So wird es angewendet

  1. Sammeln. Ein Kilo frische Brennnesseln vor der Blüte, mit Handschuhen, ohne Wurzeln und ohne Samenstände. Grob zerkleinern.
  2. Ansetzen. In einen Kunststoff- oder Holzeimer, kein Metall, mit zehn Litern Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser übergießen. Der Eimer darf nur zu drei Vierteln voll sein, die Gärung schäumt.
  3. Gären lassen. Zehn bis vierzehn Tage an einem warmen, halbschattigen Platz. Täglich umrühren, das bringt Sauerstoff hinein und beschleunigt die Zersetzung.
  4. Fertig erkennen. Die Jauche ist gebrauchsfertig, wenn sie nicht mehr schäumt und die Flüssigkeit dunkel und klar ist. Die Pflanzenreste abseihen und auf den Kompost.
  5. Verdünnen und gießen. Ein Teil Jauche auf zehn Teile Wasser, bei Jungpflanzen ein zu zwanzig. An die Wurzel, nicht über die Blätter, und nicht in der Mittagssonne. Alle ein bis zwei Wochen während der Wachstumsphase.

Für welche Pflanzen

Bewertet nach dem, was das Mittel liefert und was die Pflanze verträgt. Was bei einer Pflanze als geeignet steht, ist eine Ergänzung, keine Grundversorgung.

  • Tomaten bedingt Bis zur ersten Blüte wöchentlich, danach absetzen und auf Kalium wechseln.
  • Gurken geeignet Für die Jugendphase die passende Stickstoffquelle, 1 zu 10 an die Wurzel.
  • Kohl, Kürbis, Zucchini geeignet Starkzehrer, die den Stickstoff über die ganze Saison verwerten.
  • Rosen geeignet Im Frühjahr bis Juni, dann Schluss, sonst reifen die Triebe nicht aus.
  • Rasen bedingt Als Frühjahrsgabe auf kleinen Flächen möglich, für große Flächen unpraktisch.
  • Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch nein Schwachzehrer, die mit Stickstoff überfordert sind. Weiches Gewebe, Läuse, Fäulnis.
  • Erdbeeren nein Stickstoff vor der Ernte bringt große Blätter und weiche, schimmelanfällige Früchte.
  • Olivenbaum, Zitrus, Hortensie nein Entweder Schwachzehrer oder auf spezielle Nährstoffverhältnisse angewiesen. Jauche passt nicht.

Was behauptet wird, und was stimmt

Brennnesseljauche ist ein Volldünger.
Sie ist stickstoff- und kaliumbetont, mit wenig Phosphor. Für die Wachstumsphase reicht das, für Blüte und Frucht nicht.
Brennnesseljauche wirkt gegen Blattläuse.
Die vergorene Jauche nicht. Das ist der Kaltwasserauszug nach einem Tag, unverdünnt gespritzt, ein anderes Mittel.
Man kann sie unverdünnt gießen.
Nein. Unverdünnt verbrennt sie Wurzeln und Blätter. Immer mindestens 1 zu 10.
Je länger sie gärt, desto stärker.
Nach dem Ende der Gärung baut sich Stickstoff ab. Fertige Jauche innerhalb weniger Wochen verbrauchen.
Brennnesseljauche ersetzt Dünger komplett.
Für einzelne Pflanzen als wöchentliche Gabe ja, für ein Beet mit Starkzehrern nicht. Die Menge je Kanne ist zu klein.

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Gehalte der Jauche als Größenordnung nach Analysen von Pflanzenjauchen, sie schwanken mit Pflanzenmaterial, Wasser und Gärdauer. Verdünnungen nach gärtnerischer Praxis. Auf dieser Seite gibt es keine Produktempfehlungen und keine Affiliate-Links, siehe Wie ausgewählt wird. Die Katalogtafel ist eine mit KI erzeugte Illustration, kein Foto.