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Diagnose

Welcher Nährstoff fehlt?

Drei Fragen zu den Blättern grenzen ein, was der Pflanze fehlt. Die erste ist die wichtigste, weil sie die Botanik nutzt: Manche Nährstoffe kann die Pflanze aus alten Blättern umlagern, andere nicht. Der Dialog sagt auch, wenn Düngen nichts bringt.

Warum die erste Frage die wichtigste ist

Eine Pflanze kann manche Nährstoffe innerhalb ihres Körpers umlagern. Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium sind beweglich: Wird es knapp, holt die Pflanze sie aus den ältesten Blättern und schickt sie dorthin, wo gerade gewachsen wird. Deshalb zeigen bei diesen vier Stoffen die unteren Blätter den Mangel zuerst, während die Spitze noch eine Weile grün bleibt.

Eisen, Calcium, Schwefel, Mangan und Bor sind unbeweglich. Was einmal in einem Blatt eingebaut ist, bleibt dort. Fehlt Nachschub, leidet der Neuaustrieb, und die alten Blätter sehen weiter gesund aus.

Wer nur auf die Farbe schaut, verwechselt deshalb regelmäßig Magnesium mit Eisen. Beide machen gelbe Blätter mit grünen Adern. Der Unterschied ist die Lage an der Pflanze, und den erkennt man in fünf Sekunden.

Wann Düngen nicht hilft

Ein großer Teil der gelben Blätter in Hausgärten hat mit Nährstoffen nichts zu tun. Staunässe erstickt die Wurzeln, und die Pflanze zeigt dann exakt das Bild eines Stickstoffmangels, weil sie nichts mehr aufnehmen kann. Kalter Boden im Frühjahr sperrt Phosphor, obwohl genug davon da ist. Kalkhaltiger Boden sperrt Eisen. Trockenheit macht braune Ränder wie Kaliummangel. Spinnmilben sprenkeln Blätter, Pilze fleckten sie, Lichtmangel lässt sie blass werden.

In all diesen Fällen verschlimmert Dünger die Lage, weil er die Salzkonzentration im Boden erhöht und auf geschädigte Wurzeln trifft. Der Dialog fragt deshalb nach dem Boden und nach der Temperatur, bevor er einen Nährstoff nennt.

Die Symptome im Überblick

Für alle, die lieber nachschlagen als klicken. Die Tabelle ist die Grundlage des Dialogs, mit demselben Vorbehalt: Boden, Wasser und Temperatur zuerst prüfen.

Blattsymptome und die wahrscheinlichste Ursache
WoWie es aussiehtWahrscheinlichHäufig verwechselt mit
alte Blättergleichmäßig blassgrün bis gelb, schwacher WuchsN StickstoffStaunässe, Trockenheit, Lichtmangel
alte Blättergelb zwischen den Adern, Adern grünMg MagnesiumEisen (dann junge Blätter)
alte BlätterRänder gelb, dann braun und trockenK KaliumTrockenheit, Salzschaden, Frost
alte Blätterdunkelgrün mit violettem Ton, gestauchtP Phosphorkalter Boden, rotlaubige Sorte
junge Blättergelb bis weiß, feines grünes AdernetzFe EisenKalkchlorose (Eisen gesperrt), Mangan
junge Blätterverkrüppelt, Spitzen sterben, Fruchtenden faulCa Calciumfast immer ein Gießproblem, nicht der Boden
junge Blättergleichmäßig hellgelb samt AdernS SchwefelStickstoff (dann alte Blätter)
überallwelk trotz feuchtem BodenStaunässe, Wurzelschaden, WelkepilzTrockenheit
überallfeine helle Sprenkel, staubigSpinnmilbenThripse, Mangan
überallFlecken mit Rand, Belag, PustelnPilzkrankheitSonnenbrand, Frost
überalllange dünne Triebe, blass, untere Blätter fallenLichtmangelStickstoff

Was der Dialog nicht kann

Er sieht die Pflanze nicht. Er kann Kombinationen nicht auflösen, etwa eine Tomate mit Magnesiummangel und gleichzeitigem Spinnmilbenbefall, und er kennt keine Sortenbesonderheiten. Bei Buntlaubigen, panaschierten oder von Natur aus rötlichen Pflanzen taugt die Farbfrage nur bedingt.

Was er kann: die drei häufigsten Verwechslungen ausschließen, die auf Herstellerseiten nie erwähnt werden, weil dort am Ende immer ein Produkt stehen soll. Wenn der Befund auf einen Nährstoff zeigt, steht dort, welche Düngerform ihn schnell liefert. Wenn nicht, steht dort, was stattdessen zu tun ist. Wie die Produkte auf dieser Seite ausgewählt werden, steht unter Wie ausgewählt wird.

Die Zuordnung von Symptom zu Nährstoff folgt der klassischen Pflanzenernährung nach der Beweglichkeit der Elemente im Phloem. Temperaturgrenzen und Aufwandmengen sind Richtwerte.