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Düngerarten

Kompost als Dünger

In der Nährstofftabelle sieht Kompost aus wie ein Versager: 0,3 Prozent Stickstoff, ein Fünfzigstel von Hornspänen. Trotzdem ist er das eine Mittel, ohne das jeder andere Dünger auf Dauer schlechter wirkt. Der Wert steckt nicht in den Prozenten, sondern im Humus.

Haufen reifer, krümeliger Kompost mit Regenwurm, Eierschalenresten und einem Spaten
Stickstoff
0,3 bis 0,5 %reifer Kompost, in der Frischmasse
Kalium
0,3 bis 0,8 %dazu Phosphat und alle Spurenelemente
Menge
3 bis 5 l/m²im Jahr, das sind etwa 10 g Stickstoff
Wirkung
Jahrenur ein Teil wird im ersten Jahr frei

Was in Kompost steckt

Reifer Gartenkompost enthält je Kilo Frischmasse rund drei bis fünf Gramm Stickstoff, zwei bis vier Gramm Phosphat, drei bis acht Gramm Kaliumoxid und alle Spurenelemente, die in den Ausgangsstoffen waren. Dazu Calcium, das den pH-Wert um 7 hält. Die Werte schwanken stark mit dem, was hineinkam: Ein Kompost aus Rasenschnitt und Küchenabfällen ist reicher als einer aus Laub und Holz.

Von diesem Stickstoff wird im ersten Jahr nur ein kleiner Teil pflanzenverfügbar, etwa ein Zehntel. Der Rest ist in Humus gebunden und wird über Jahre freigesetzt. Deshalb wirkt Kompost langsam und lange, und deshalb ist er als Alleinversorgung für Starkzehrer zu schwach. Drei Liter je Quadratmeter liefern rund zehn Gramm Stickstoff, davon im ersten Jahr etwa ein bis zwei Gramm verfügbar. Ein Tomatenbeet braucht achtzehn.

Warum Humus mehr zählt als Prozente

Humus ist die dunkle, stabile organische Substanz, die beim Verrotten übrig bleibt. Er speichert Wasser wie ein Schwamm, hält Nährstoffe fest, die sonst ausgewaschen würden, lockert Lehm, bindet Sand und ernährt das Bodenleben, das jeden organischen Dünger erst wirksam macht. Ein Boden mit fünf Prozent Humus verkraftet eine Trockenwoche, die einen Boden mit einem Prozent zerlegt.

Mineralische Dünger ändern daran nichts, sie liefern Salze und sonst nichts. Wer jahrelang nur Blaukorn gibt, hat am Ende einen Boden, der zwar Nährstoffe bekommen hat, sie aber nicht mehr halten kann. Kompost ist die Gegenbewegung: wenig Nährstoff, viel Struktur. Die vernünftige Düngung im Garten ist deshalb immer Kompost plus etwas anderes, und das andere richtet sich nach der Pflanze.

Wie viel und wann

Für Gemüsebeete drei bis fünf Liter reifer Kompost je Quadratmeter und Jahr, für Starkzehrer die obere Grenze, für Stauden und Gehölze zwei bis drei Liter unter die Krone. Mehr ist nicht besser: Über zehn Liter im Jahr reichern sich Phosphat und Kalium an, und der Stickstoff geht zum Teil verloren.

Die beste Zeit ist das Frühjahr, vor der Pflanzung. Kompost wird nicht untergegraben, sondern flach eingeharkt oder als Mulch aufgetragen, das Bodenleben holt ihn nach unten. Im Herbst ausgebracht, wird ein Teil des Stickstoffs über den Winter ausgewaschen, dafür ist der Boden im Frühjahr fertig.

Für Moorbeetpflanzen ist Gartenkompost ungeeignet, sein pH-Wert um 7 ist für Rhododendron und Heidelbeere zu hoch. Dort gehören Laub- und Rindenkompost hin.

Reif oder nicht

Reifer Kompost ist dunkel, krümelig, riecht nach Waldboden und lässt die Ausgangsstoffe nicht mehr erkennen, ausgenommen Eierschalen und Holzstücke. Er ist nach acht bis zwölf Monaten so weit. Halbreifer Kompost, nach drei bis sechs Monaten, ist noch grob und aktiv. Er eignet sich als Mulch unter Sträuchern, aber nicht ins Beet, weil er beim Weiterrotten Stickstoff bindet und Sämlinge hemmt.

Der Kressetest entscheidet: Eine Handvoll Kompost in eine Schale, Kresse säen, drei Tage warten. Keimt sie gleichmäßig und bleibt grün, ist der Kompost reif. Bleibt sie aus oder wird gelb, muss er noch liegen.

Kompostbeschleuniger, und wann er sinnvoll ist

Ein Kompostbeschleuniger liefert Stickstoff und Mikroorganismen, die einen frischen Haufen in Gang bringen. Sinnvoll ist er beim Neustart eines Komposters, bei viel Rasenschnitt und Laub und bei Haufen, die nach Monaten nicht warm werden. Ein laufender Kompost mit Küchenabfällen und alter Komposterde braucht ihn nicht, eine Schaufel fertiger Kompost bringt dieselben Organismen mit. Und keiner der beiden repariert einen Haufen, der zu nass, zu trocken oder zu einseitig geschichtet ist.

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Zu beachten
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  • die Wirkung hängt an Feuchte und Struktur des Haufens, der Beschleuniger repariert keinen nassen Klumpen
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Einordnung: Sinnvoll für den neuen Komposter und für Haufen, die nicht in Gang kommen. Ein laufender Kompost braucht ihn nicht.
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Der Komposter dazu

Welcher Komposter zu welchem Garten passt, Thermokomposter gegen offene Miete, Bokashi für die Küche, was hinein darf und was nicht, und warum Ameisen oder Maden kein Grund zur Panik sind: Das ist das Thema von kompostergarten.de, einer Seite aus demselben Haus. Die Übersicht der Komposter-Typen ist der richtige Einstieg, wer noch keinen hat.

Was von den Hausmitteln dieser Seite in den Kompost gehört und was besser direkt ins Beet, steht bei Hausmittel, mit Kaffeesatz, Eierschalen und Bananenschalen im Einzelnen.

Nährstoffgehalte nach Analysen von Gartenkomposten der Landwirtschaftskammern, Richtwerte. Aufwandmengen nach den Empfehlungen für Hausgärten. Die Katalogtafel ist eine mit KI erzeugte Illustration, kein Foto.